Zuletzt geprüft am 11. Oktober 2026.
Die Zahl bei Merino nennt das Gewicht des Stoffs in Gramm pro Quadratmeter, ein Shirt mit 150 ist also leichter und dünner als eines mit 200 oder 260. Je höher die Zahl, desto mehr Wolle steckt in jedem Stück Stoff und desto wärmer hält er. Hier steht, welche Grammatur zu welcher Jahreszeit passt, warum die Zahl kein Standard ist und was die zweite Zahl auf dem Etikett bedeutet.
Was bedeuten die Zahlen bei Merino?
Die Zahl ist die Grammatur, also das Flächengewicht des Stoffs. Ein Quadratmeter Stoff eines Merino 200 wiegt 200 Gramm. Ein Merino 150 wiegt auf derselben Fläche 150 Gramm und ist entsprechend dünner.
Mit der Dicke der einzelnen Faser hat die Zahl nichts zu tun. Sie sagt auch nichts über den Wollanteil. Ein Shirt mit 150 g/m² kann aus reinem Merino bestehen oder aus einer Mischung mit Kunstfaser. Was im Stoff steckt, steht in der Materialangabe auf dem Etikett.
Viele Hersteller schreiben die Grammatur in den Produktnamen, etwa „Merino 150“ oder „200 Base Layer“. Zwischenwerte wie 160, 165 oder 175 sind genauso üblich.
Welche Merino-Stärke passt zu welcher Jahreszeit?
Als Faustregel gilt 120 bis 150 g/m² für den Sommer, um 200 g/m² für das ganze Jahr und ab 260 g/m² für den Winter. Diese Werte stammen aus Ratgebern von Herstellern und Händlern. Eine Norm dafür gibt es nicht.
| Grammatur | Einordnung | Jahreszeit | Tätigkeit | Herkunft der Faustregel |
|---|---|---|---|---|
| 120–150 g/m² | leicht | Sommer, warme Tage | schweißtreibende Touren, viel Bewegung | deutsche Ratgeber; Icebreaker zählt bis 175 g/m² zu leicht |
| 160–200 g/m² | mittel, Allround | Frühjahr bis Herbst, als erste Schicht ganzjährig | Wandern im Lagenprinzip, unter Fleece oder Jacke | deutsche Ratgeber; Icebreaker nennt mittel um 200 g/m² |
| ab 260 g/m² | schwer | Winter, Kälte | Unterwegs in der Kälte, wenn Wärme vor Luftigkeit geht | Icebreaker |
Die Grenzen verschwimmen. Icebreaker zählt alles bis 175 g/m² noch zu den leichten Stoffen. Deutsche Ratgeber ziehen die Grenze zur Allround-Klasse schon bei rund 160 g/m². Nimm die Tabelle deshalb als Orientierung und nicht als Gesetz.
Merino 150 oder 200, was ist besser zum Wandern?
Für Sommer und schweißtreibende Touren passt eher 150, für kühlere Tage und das ganze Jahr eher 200. Entscheidend ist, wann du das Shirt am häufigsten trägst.
Zwei Dinge verschieben die Wahl beim Wandern. Am Rücken unter dem Rucksack wird es am wärmsten, und daran ändert die Grammatur des Shirts wenig. Warum das so ist und was dagegen hilft, steht im Ratgeber Merino im Sommer. In der Pause dagegen kühlst du schnell aus. Dafür ist eine Schicht zum Drüberziehen meist flexibler als ein dickeres Shirt.
Wer im Herbst wandert, kombiniert deshalb oft ein leichtes bis mittleres Shirt mit Fleece und Jacke. Wie das zusammenspielt, erklärt der Ratgeber zum Zwiebelprinzip beim Wandern.
Ist die Grammatur bei Merino ein Standard?
Nein, die Zahl lässt sich zwischen Marken nur grob vergleichen. Sie sagt, wie viel Stoff auf einem Quadratmeter liegt. Sie sagt nicht, wie dicht er gestrickt ist und wie warm er sich anfühlt.
In einem englischen Wanderforum berichten Nutzer, dass ein Shirt von Icebreaker mit 175 g/m² dünner wirkte als eines von Smartwool mit 150 g/m². Das ist ein Erfahrungsbericht und keine Messung. Er zeigt aber, dass Strickart und Mischung mitspielen. Vergleiche die Zahl deshalb am besten innerhalb einer Marke.
Hält ein dünnes Merino-Shirt weniger lange?
Ein dünner Stoff hat weniger Material, das sich abreiben kann. Händler weisen in ihren Ratgebern darauf hin, dass sehr leichte Merinostoffe weniger strapazierfähig sind. Eine unabhängige Messung, ab welcher Grammatur das gilt, haben wir nicht gefunden.
Wichtiger als die Zahl ist die Faser. Wolle ist nur mäßig scheuerfest, Nylon gehört zu den scheuerfestesten Fasern. Deshalb verarbeiten viele Hersteller gerade dünne Merinostoffe mit einem Anteil Kunstfaser.
Die Stiftung Warentest hat in Heft 10/26 zwölf Merino-Shirts geprüft. Mischgewebe hielten dort teils deutlich länger als reine Wollshirts, aber nicht immer. Die beiden Testsieger waren ein reines Merino-Shirt mit 200 g/m² und eine Mischung mit 150 g/m² aus Merino, Lyocell und Polyamid. Die Grammatur allein entscheidet also nicht über die Haltbarkeit. Terra Peak war nicht im Test.
Was ein Kern aus Nylon im Garn bringt und was nicht, steht im Ratgeber Core-Spun-Merino und der Nylonkern.
Wo liegen 165 g/m²?
Unsere Merino-Shirts haben 165 g/m² und liegen damit zwischen den Stufen. Nach Icebreaker ist das noch leicht. Nach der deutschen Faustregel liegt es an der Grenze zur Allround-Klasse. Wir nennen es deshalb leicht bis mittel.
Im Sommer trägst du das Merino T-Shirt für Herren oder das Merino T-Shirt für Damen als einzige Schicht. Im Herbst ist es die erste Schicht unter Fleece und Jacke. Das Merino Langarmshirt ist für die Übergangszeit gedacht. Als alleinige Schicht im Winter ist keines davon gedacht.
Das Material ist 83 % Wolle, 12 % Polyamid, 5 % Elasthan. Das Garn ist Core-Spun gesponnen. Die Merinofasern liegen außen um einen Kern aus Nylon. Auf der Haut liegt Wolle, der Kern trägt die Zugkraft, so die Angabe unseres Lieferanten.
Was bedeutet die Mikronzahl bei Merino?
Die Mikronzahl gibt die Dicke der einzelnen Faser in Mikrometern an. Sie ist die zweite wichtige Zahl auf dem Etikett und hat mit der Grammatur nichts zu tun. Ein schweres Merino mit 260 g/m² kann aus sehr feinen Fasern bestehen, ein leichtes aus gröberen.
Merinofasern messen meist etwa 16 bis 24 Mikrometer, normale Wolle 24 bis 40. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Acta Dermato-Venereologica zeigt, dass Fasern erst ab etwa 30 bis 32 Mikrometern pieksen. Unsere Wolle misst 18,5 Mikrometer. Mehr dazu steht im Ratgeber Kratzt Merino?.
Häufige Fragen zur Merino-Grammatur
Was bedeutet Merino 200?
Ein Quadratmeter des Stoffs wiegt 200 Gramm. Das gilt als mittlere Grammatur und passt nach gängiger Faustregel für Frühjahr bis Herbst und als erste Schicht das ganze Jahr.
Ist Merino 150 oder 200 wärmer?
Merino 200 hält wärmer, weil auf jeder Fläche mehr Wolle liegt. Zwischen Marken ist der Unterschied aber nicht genau vergleichbar, weil Strickart und Mischung mitspielen.
Was bedeutet Merino 260?
Der Stoff wiegt 260 Gramm pro Quadratmeter. Icebreaker zählt das zu den schweren Stoffen für Kälte und Winter.
Welche Merino-Stärke ist gut für den Sommer?
Deutsche Ratgeber empfehlen 120 bis 150 g/m². Icebreaker zählt alles bis 175 g/m² zu den leichten Stoffen für warme Tage und viel Bewegung.
Was ist der Unterschied zwischen Grammatur und Mikron?
Die Grammatur ist das Gewicht des Stoffs in Gramm pro Quadratmeter. Die Mikronzahl ist die Dicke der einzelnen Faser. Die Grammatur sagt etwas über die Wärme, die Mikronzahl darüber, ob der Stoff kratzt.
Überleg dir vor dem Kauf, in welcher Jahreszeit du das Shirt am meisten trägst, und wähle danach die Zahl. Suchst du ein leichtes bis mittleres Shirt für Frühjahr bis Herbst, dann teste unser Merino-Shirt 100 Tage risikofrei auf deiner nächsten Tour.


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